Gesunde Matrazen
In jungen Jahren kauft man irgendeine Matratze. Hauptsache sie ist billig. Mancher schläft jahrelang auf einer Bettcouch, die nicht auf tägliches darauf schlafen eingerichtet ist. Billige Futonbetten aus dem Versandhauskatalog werden gerne von jungen Paaren gekauft. Doch die fortschreitenden Lebensjahre zwingen einen dazu, das Matratzenproblem neu zu lösen.
Wer die Wahl hat…
Die Frage ist, welche Art der Matratze sich für die bestehenden Probleme anbietet. Angesichts der verschiedensten Matratzenarten ist eine fachkundige Beratung sinnvoll. Der Latex- oder Milben-Allergiker braucht eine andere Matratze als der, der nicht auf Latex oder Bettmilben reagiert. Der schwergewichtige Seitenschläfer braucht eine andere Schlafunterlage als ein leichtgewichtiger Mensch, der auf dem Bauch schläft. Bei Rücken- und Nackenproblemen sollten Matratze, Lattenrost und Kopfkissen entsprechend gewählt werden. Zudem gibt es beim Matratzenkauf verschiedene Härtegrade und Materialien zu beachten. Manche Matratzen sind punktelastisch, andere haben mehrere Liegezonen oder eine Sommer- und eine Winterseite. Ideal ist es, wenn ein Händler von Matratzen im Internet eine Entscheidungshilfe – beispielsweise einen Fragebogen oder eine detaillierte Beschreibung – anbietet. Auch in der Telefonberatung kann man wichtige Fragen vor dem Onlinekauf abklären. Die Wahl zwischen Kaltschaum- oder Latexmatratze, Futon, Wasserbett oder klassischer Federkernmatratze wird dann bewusst und nach bestimmten Kriterien getätigt. Ein Futonbett kann mit Matratzen in verschiedenen Dicken und mit verschiedenen Einlagen aus Latex, Wolle oder Kokosfaser gewählt werden. Wer sich damit nicht näher befasst, kauft am Ende eine dünne Futonmatratze aus sieben Lagen Baumwolle, die sich beim Schlafen langsam zusammenpressen und dann nicht genügend weich sind.
…hat die Qual
Eine falsch gewählte Matratze kann einen über Jahre mit Verspannungen, Schlafstörungen und Schmerzen beglücken. Im Schlaf möchte man sich aber erholen. Die Matratze sollte stützen und entspannen zugleich. Sie sollte Schweiß aufsaugen und wieder abgeben können. Wegen der Nähe zum Körper sollte sie keine Schadstoffe enthalten, sondern aus Naturmaterialien gefertigt sein. Wer es genau nimmt, wählt die Matratze nach dem Körpergewicht, der Größe, den Schlafgewohnheiten, dem Alter und den Druckzonen aus, die Entlastung brauchen. Viele Hersteller bewerben bestimmte Liegezonen, Materialien oder Konstruktionsweisen. Selbst die Billiganbieter und Discounter bewerben Matratzen heute mit schwammigen Begriffen wie “bio” oder “viskoelastisch”. Auch ein Testurteil der Stiftung Warentest hilft einem nicht viel weiter. Es sagt nichts über die persönlichen Bedürfnisse oder den Gesundheitszustand aus. Wer also Futonbetten favorisiert, sollte sich in einem Futonladen beraten lassen statt ein Komplettangebot im Versandhaus zu kaufen. Wasserbetten sollten aufgrund der höheren Kosten und des enormen Installationsaufwandes ebenfalls gewissenhaft im Fachhandel getestet werden. Insbesondere sollte auf den zum eigenen Wohlgefühl passende Dämpfungsfaktor gewählt werden. Ein höherer Dämpfungsfaktor sorgt für weniger Schwankungen.
Die gesunde Schlafunterlage
In seinem Bett möchte man sich erholen und schlafen können. Die Wirbelsäule soll sich dehnen, Beine und Arme sollen genügend Platz haben. Je nach Körpergröße erfordert dies eine unterschiedlich lange und breite Matratze. Die gesunde Schlafunterlage ist zwanzig Zentimeter länger als der Schläfer. Lattenrost und Matratze sollten aufeinander abgestimmt werden. Billig, billig ist bei einer Schlafunterlage, die zehn Jahre halten soll, nicht angesagt. Die Matratze sollte stützen, aber auch punktelastisch sein. Das gilt beispielsweise nicht für Federkernmatratzen. Taschenfederkernmatratzen mit Gel-Einlage erfüllen aber dieses Kriterium. Latexmatratzen und Futons mit Latexkern haben den Nachteil, großes Eigengewicht zu haben. Futons müssen zudem regelmäßig gewendet werden. Wasserbetten mögen zwar reizvolle Eigenschaften haben, sie haben aber auch große Nachteile. Von möglichen Überschwemmungen einmal abgesehen, sinkt man auf ihnen oft zu tief ein. Matratzen aus Viskoschaum funktionieren hingegen wärmeabhängig. Nur dort, wo Körperwärme entsteht, sinkt die Matratze ein. Für die Härtegrade einer Matratze gelten Faustregeln, die man kennen sollte. Menschen mit 80 Kilo und darüber brauchen die härteste Matratze.