Schlafkomfort
Viele Menschen legen gesteigerten Wert auf eine möglichst eindrucksvolle Möblierung und Ausstattung ihrer Wohnung. Aber sie sitzen auf unbequemen Sesseln und orthopädisch schlechten Stühlen, speisen an zu niedrigen oder zu hohen Tischen und schlafen auf ausziehbaren Sofas, deren Bequemlichkeit nur vorgetäuscht ist. Spätestens mit fünfzig Jahren erlebt man mangelnden Schlafkomfort als ständige Schmerzen.
Mängel im Schlafbereich
Zu harte oder zu weiche Matratzen, zu warme oder zu dünne Bettdecken und zu flache oder zu hohe Kopfkissen können einem das Leben zur Hölle machen. Das Gleiche gilt für zu warme oder zu kalte Schlafzimmer, schlechte Luft, Staub- oder Schimmelquellen in den Schlafräumen. Zudem können diese an lauten Straßen liegen, durch strahlende Lichtreklamen taghell erleuchtet sein oder zahlreiche Quellen von Elektrosmog können die Schlafqualität beeinträchtigen. Schlafkomfort ist also eine sehr komplexe Angelegenheit. Wie tief und gut man schläft, ist größtenteils von solchen Komponenten abhängig. Addiert sich noch eine zu frühe oder zu späte Ruhezeit dazu, kann von Schlafkomfort eigentlich keine Rede mehr sein. Doch wir verbringen etwa ein Drittel unseres Erdenlebens im Bett. Das Schlafzimmer ist die wichtigste Regenerationsquelle und als Rückzugsraum nicht gerade unwichtig für das Eheleben.
Der optimale Schlafraum
Der Schlafraum müsste also das Gegenteil dessen sein, was eben beschrieben wurde. Die punktelastische Matratze sollte die Wirbelsäule in jeder Lage stützen. Sie reguliert unter anderem auch den Wärmetransport und den Feuchtigkeitsaustausch. Kissen und Decken sollten der Jahreszeit angepasst unterschiedlich warm sein, dabei aber pflegeleicht und hygienisch bleiben. Synthetikmaterialien eignen sich nicht. Stattdessen wählt man Atmungsaktives. Matratzenauflagen oder Milbenbezüge können hier wirksame Hilfe leisten. Der Komfort im Schlafzimmer – und nicht etwa sein optisches Erscheinungsbild – entscheidet über unsere Schlafqualität und -dauer. Dennoch können die richtigen Farben die Schlafbereitschaft fördern. Auch wenn im Schlaf alle Katzen grau sind: Ins Schlafzimmer gehören beruhigende, wärmende Farben. Harte Dinkelspelzkissen und allzu fluffige Kissen mit Schaumstoff-Bällchen sollten zu Gunsten eines qualitativ hochwertigen Nackenstützkissens ausgetauscht werden. Die Luft im Schlafzimmer sollte nicht abgestanden, sondern sauerstoffhaltig sein. Lüften vor dem ins Bett gehen erbringt eine bessere Schlafqualität. Man sollte ohnehin erst dann ins Bett gehen, wenn man müde ist. Überflüssiger Schlafkomfort verleitet einen dazu, zu viel Zeit im Bett zu verbringen. Das aber zieht andere Beschwerden nach sich.
Die medizinische Sicht
Nur wenige Menschen wissen, dass man den Schlafkomfort sogar messen kann. An den Hohensteiner Instituten befasst sich eine Abteilung namens “Bekleidungsphysiologie” mit dem Thema. Die Untersuchungsergebnisse dieser Forscher haben den Schlafkomfort der Bundesbürger in den letzten Jahrzehnten nicht unwesentlich beeinflusst. Man entwickelte beispielsweise Kennzahlen und Bewertungen für unterschiedliche textile Materialien und schaute sich auch an, welche Produkte daraus entstanden und welche Eigenschaften diese hatten. So konnte man beispielsweise im Vergleich mehrerer Produkte, wie einer Daunendecke oder Wolldecke unterschiedliche Grade an Atmungsaktivität festlegen. Ebenso spielt die Steppung mit Stegen, wie die klassische Karosteppdecke, eine nicht unerhebliche Rolle. So erkannte man auch, dass nicht die Dicke einer Bettdecke für den optimalen Wärmehaushalt im Schlaf sorgt. Dieser steht auch in Relation zum Körpergewicht und der Temperatur in der Umgebung. Jeder hat zudem ein eigenes Wärmebedürfnis. Dünnere Menschen benötigen generell mehr Wärme als dicke. Dass eine Bettdecke aber auch im Schlaf ausgeschiedene Feuchtigkeit speichern und ableiten können muss, wissen alle Schläfer. Was nützt aber die beste Bettdecke, wenn sie mit ungeeigneten Bettbezügen bezogen wird und dann gegenteilige Effekte hat? Schlafkomfort entsteht erst dann, wenn alles stimmt. Wer ständig müde ist, über Verspannungen klagt oder mit Schmerzen im ganzen Körper aufwacht, sollte sich einige Gedanken über mögliche Verbesserungen im Schlafgemach machen.